Die Wut ist ein heller Stern
„Das Alkazar ist voll. Die Kapelle spielt und ich will denken, dass es schön ist wie immer, rot und golden leuchtet der Saal, die bemalte Decke, der Rauch. Als wären da nicht die Ritas in den Logen, die blanken Scheitel der Männer, Uniformstoff, die Gehstöcke, die sie verstohlen in den Ecken verschwinden lassen. Ich kenne die Schwere ihrer Körper, und ich weiß, dass ihre Kragen nicht sauber sind.“
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„Die Wut ist ein heller Stern“ lautet der Titel des neuen Romans von Anja Kampmann, Jahrgang 1983, Lyrikerin und Prosaautorin. Schauplatz ist dieses Mal Hamburg, wo in den 1930er-Jahren selbst auf der Reeperbahn mehr und mehr Uniformen auftauchen. Kampmanns Heldin Hedda arbeitet als Artistin im Varieté, doch die Lage spitzt sich zu. Einer ihrer Brüder wird Harpunenschmied auf einem Walfänger und bricht in die Antarktis auf, und auch Hedda muss für sich und den jüngsten Bruder nach neuen Möglichkeiten suchen. Wie in jedem ihrer Bücher dringt Anja Kampmann mit bewundernswerter Leichtigkeit in die Tiefenschichten der Sprache vor und deckt die Ressourcen weiblicher Weltwahrnehmung auf.
Rezensionen
Helmut Böttiger, Deutschlandfunk Kultur
„Dies ist ein großer Gegenwartsroman, der zu den literarisch herausragenden dieses Jahres gehört. Bis in die Nebenfiguren hinein sind die
Die Republik , Christian Hummitzsch
„Kampmanns Roman ist ein grosses Kunstwerk der Pastiche, das bei aller historischen Akkuratesse magisch-realistisch aus der historischen Eindeutigkeit ausbricht. Sprunghaft
Paul Jandl, NZZ
«Die Wut ist ein heller Stern» hat etwas Kunstvoll-Hybrides. Das Buch ist in einer hochmusikalischen Sprache geschrieben. Wenn man sich
Carsten Otte, SWR
„Ein Roman wie ein literarischer Seiltanz. Das Buch ist ein Mahn- und Denkmal für ein Proletariat, das sich unter widrigsten Bedingungen
Thomas Andre, Hamburger Abendblatt
„Anja Kampmann legt einen irre dichten, sprachlich großartigen historischen Hamburg-Roman vor, in dem Furcht und Unheil in jeder Szene liegen
Holger Heimann, ARD
„Es gibt viele Bücher über die Hitlerjahre. Das Besondere am Roman von Anja Kampmann ist die Erzählperspektive, der äußerst subjektive,
Thomas Hummitzsch, The Rolling Stone
„Über vier Jahre entfaltet Anja Kampmann die Geschichte einer Artistin, die im roten Hamburg den Aufstieg der Nazis erlebt. In
Holger Heimann, NDR
NDR Buch des Monats August: Anja Kampmann – „Die Wut ist ein heller Stern“Hedda hat es geschafft. Abend für Abend